Dank der enormen Zuwächse beim Streaming entwickelt sich der deutsche Musikmarkt insgesamt weiter positiv. Im ersten Halbjahr verzeichnete der Gesamtmarkt im Jahresvergleich ein Umsatzplus in Höhe von 3,6 Prozent.

Was der Musikindustrie mit Kauf-Downloads nicht gelang, schafft sie jetzt mit Streamingangeboten: anhaltendes Wachstum. Das Jahr 2013 brachte die Trendwende, damals gab es nach 15 Jahren mit sinkenden Umsätzen erstmals wieder ein kleines Plus. Seitdem ging es nur noch bergauf.

Streaming vor Downloads

Der Grund dafür ist die wachsende Beliebtheit von Audio-Streaming, wobei sowohl werbefinanziertes als das kostenpflichtiges Streaming zu der guten Entwicklung beitrugen. Im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2015 stiegen die Umsätze zwischen Januar und Juni um 88 Prozent. Das Besondere am letzten Wachstumsschub: Mit einem Umsatzanteil von 24,4 Prozent hat das Streaming die Downloads, die für 14 Prozent der Umsätze verantwortlich sind, zum ersten Mal überholt. Und nicht zu knapp!

Prozentual konnten dagegen die Erlöse aus dem Verkauf von Schallplatten den höchsten Zuwachs verzeichnen. Betrug deren Umsatzanteil im ersten Halbjahr 2015 immerhin wieder 3,1 Prozent, sorgte ein Zuwachs um 46,2 Prozent nun für einen Gesamtanteil von 4,3 Prozent an den Umsätzen.

CD verliert deutlich

Der wichtigste Umsatzbringer schwächelte zuletzt deutlich: Mit einem Anteil von 52,3 Prozent bleibt die CD zwar mit deutlichem Abstand an der Spitze, doch sanken die Umsätze hier binnen eines Jahres um satte 9,6 Prozent. Es dürfte deshalb nicht mehr sehr lange dauern, bis das Digitalgeschäft am Tonträgerverkauf vorbeizieht. Zwischen Januar und Juni 2016 stammten allerdings noch 60,4 Prozent der Umsätze auf dem deutschen Musikmarkt aus dem physischen Geschäft und erst 39,6 Prozent aus dem digitalen.

Deutscher Musikmarkt im ersten Halbjahr 2016 | Grafik: Bundesverband Musikindustrie e. V.

Deutscher Musikmarkt im ersten Halbjahr 2016 | Grafik: Bundesverband Musikindustrie e. V.

Prof. Dieter Gorny, Vorstandvorsitzender des BVMI: „Mit den aktuellen Zahlen deutet sich an, dass wir sogar noch schneller auf eine verstärkte Digitalisierung zusteuern als bisher angenommen. Gerade weil sich Musik immer mehr in den digitalen Raum verlagert, ist es wichtiger denn je, die Rahmenbedingungen für die Kreativen und ihre Partner schnellstmöglich zu klären und der Realität anzupassen. Vor wenigen Wochen hat der offene Brief an die EU-Kommission, unterzeichnet von mehr als 1.100 Musiker/innen und Bands, gezeigt, dass nicht zuletzt die Künstler – und damit der Nukleus unserer gesamten Branche – ernsthafte Sorgen haben. Ohne dramatisch klingen zu wollen: Eine Beibehaltung der aktuellen Situation könnte eine deutliche Einschränkung professionellen Musikschaffens zur Folge haben.“

Dr. Florian Drücke, BVMI-Geschäftsführer: „Möglicherweise verursacht das Tempo, mit dem die Digitalisierung einhergeht, dem einen oder anderen Unbehagen. Dennoch sind aus unserer Sicht die Zahlen in doppelter Hinsicht erfreulich. Einerseits setzt der deutsche Markt seinen Wachstumskurs fort, was den Kuchen für Alle weiter vergrößert. Der Zuwachs beim Audio-Streaming – im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 (12,8 %) fast eine Verdopplung des Umsatzanteils – macht darüber hinaus deutlich, dass unsere Branche gelernt hat, mit den Gegebenheiten der digitalen Welt umzugehen und Angebote entwickelt hat, die inzwischen auch von einer Vielzahl der Konsumenten angenommen werden. Dieser Transformationsprozess kann allerdings nur erfolgreich weitergeführt werden, wenn nicht nur sichergestellt ist, dass unsere Inhalte auch im Netz vor Urheberrechtsverletzungen möglichst geschützt sind, sondern auch alle Beteiligten fair an den Erlösen partizipieren können. Es geht hier längst nicht mehr um die Zukunft, sondern um die digitale Gegenwart.“

Auf welchen Wegen hört Ihr Musik bzw. welchen Stellenwert haben die diversen Möglichkeiten in Eurem Alltag?

Author Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter natürlich Musik sowie Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Black Music Website rap2soul.de. Bei METAMA übernehme ich neben der Betreuung der Website auch Aufgaben im kreativen Bereich sowie im Marketing.

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