Die Band Kasalla hat in den fast fünf Jahren ihres Bestehens drei hervorragende Longplayer und acht Song-Videos (ganz zu schweigen von der Live-DVD aus dem Kölner Tanzbrunnen) auf die Beine gestellt. Die fünf Bandmitglieder Florian Peil, Bastian Campmann, Rene Schwiers, Sebastian Wagner und Nils Plum legen dabei großen Wert auf kreative Eigenständigkeit und Beständigkeit im Umsetzungsteam. So sind die Super Caliman Bros. (Chris und Mark Caliman) bei sieben bisherigen offiziellen Kasalla-Videos für die technische Handschrift verantwortlich. Eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit, die bewegte Bilder mit viel Witz und feinen Details hervorbringt. Aber schaut selbst hinein, schön das es „Kasalla“ gibt …

Scheissejal (2016)

Und diesmal ist es ein leicht bewegter Comic, der eine einfache und vielfach erlebte Geschichte aufzeigt: Trennung, Sehnsucht und Liebesschmerz mit der Aussage „Ist mir doch egal“. Dass dies natürlich überhaupt nicht der Fall ist, wird schon bei den ersten Bildern deutlich. Der Song könnte vom Arrangement her ein in kölsche Mundart gepackter Titel der Vorgängerband Peilomat von Florian Peil und Sebastian Wagner sein. Wieder mal was Anderes, die Band spielt eben gerne mit ihrer Kreativität.

Dausend Levve (2015)

Tja, die Caliman Bros. sind schon abgedrehte Filmleute! Für das neue Sessionslied wird dann einfach mal die Filmkiste aufgemacht, wahrscheinlich über Tage gekramt, recherchiert und gesichtet, um die passenden Sequenzen aus verschiedenen Filmen zu finden. Da werden alle Genres und Zeiten, von der Steinzeit, dem Mittelalter, dem wilden Westen bis zur Science Fiction (klar, Star Wars darf nicht fehlen) bedient. Die Original-Filmfiguren erhalten dabei einfach Kasalla-Bandgesichter. Somit kann die Band im Schnelldurchgang „Dausend Levve“ durchleben. Eine sehr witzige, aufwendige und gewagte Story, wieder frei nach dem Kasalla-Motto: „alles kann, Kölsch muss“.

Us der Stadt met K (2015)

Am 06.02. war der Veröffentlichungstermin der dritten CD von Kasalla mit dem Titel „Us der Stadt met K“. Und bei der Videoerstellung für diesen Song dachten sich die Fünf von der „Kasallabande“: Warum sollen die Fans nicht zeigen, dass sie ein Teil dieser Stadt sind mit der Hintergrundaussage: „Wir sind Kölle, wir leben hier und lieben diese Stadt“. Hunderte von Videoschnipseln gingen bei der Band ein und wurden zu diesem lebendigen Gesamtgebilde sortiert und zusammengeschnitten. Und auffällig ist, wie viele Kinder die Kasallamusik lieben. Dies Ganze im alten V8-Schwarz-Weiß-Videoformat verpackt, eine einfache, aber sehr gute Idee.

Alle Jläser huh (2014)

Der Karnevalssong für die Session 2014/2015, mit dem dazugehörigen Video, angelehnt an das Mexikanische Totenfest „Los Días de Muertos“. Dabei kommen an Allerheiligen die Toten zu Besuch und feiern mit den Lebendigen ein buntes Wiedersehensfest. Der Song kommt der „kölschen Seele“ sehr nahe und passt hervorragend in das bunte Karnevalstreiben.

Kumm mer lääve (2013)

Der Karnevalssong für die Session 2013/2014. In diesem Video ist eine komplexe Story eingebaut, die eigentlich schon einen kleinen Kurzfilm beinhaltet. Die fünf „Kasalleiros“ sind mittlerweile im Altersheim, brechen aus und begehen einen Bankraub. Herrliche Geschichte, absolut sehenswert im Wechsel zwischen den alten und jungen Kasalla-Figuren (in den Charaktervorstellungen lässt Tarantino-Style grüßen). Prima auch die Zebrastreifen-Nummer, die lässt das Beatle-Cover „Abbey-Road“ in der Neuzeit aufleben.

Der Fluss (2013)

Kasalla bietet ein breites Spektrum von hervorragenden Songs in kölscher Mundart. Und dazu gehört sicherlich das Lied „der Fluss“ aus dem Album „Immer in Bewäjung“. Die Kölner besingen gerne ihre Stadt und den Rhein. Doch hier wird dieser Fluss, ohne auch nur einmal seinen Namen zu nennen, ohne Pathos besungen. Einfach nur die Unendlichkeit und die Kraft dieses Stromes, und wie klein wir Menschen dagegen sind, wird in diesem Video ersichtlich.

Immer noch do (2012)

Der Karnevalssong für die Session 2012/2013. Nach dem Wahnsinnserfolg von „Pirate“ im Vorjahr legte Kasalla eine ruhigere Ballade nach. Dabei nehmen sie sich auch ein wenig auf die Schippe, denn sie sind kein „One-Hit-Wonder“, sondern nicht mehr wegzudenken aus der Kölner Musikszene und auch überregional „immer noch do“. Ein absoluter Mitsinger bei den Live-Konzerten und da schwingt viel aus dem kölschen Gefühl mit.

Marie (2012)

„Marie“ aus dem Erstlingswerk „Et jitt Kasalla“ ist defintiv aus der Feder von Flo Peil, einem absoluten Balladenkönig. Marie berührt uns alle irgendwie; hatten wir nicht alle eine nicht erfüllte Liebe? Und dann sieht man sich vielleicht nach vielen Jahren wieder; und fragt sich, was wäre, wenn… „Marie“ ist aus dem Erstlingswerk „Et jitt Kasalla“; und wessen Herz nicht berührt wird, dem ist einfach nicht zu helfen. Ich jedenfalls sehe mich auf einer Brücke stehen und blicke zurück auf die Vergangenheit; auf das was ist, und was hätte sein können. Ein sehr schöner Song mit sehr, sehr viel Herzblut.

Pirate (2011)

Der Karnevalssong für die Session 2011/2012. Eines der meistgespielten Lieder in dieser Zeit und für Kasalla ein Evergreen für Jung und Alt! Gerade Kinder lieben diesen Song und der kölsche Jonny Depp alias Käpt‘n Jeck macht eine sehr gute Figur in diesem aufwendig gedrehten Video. Wer möchte da nicht ein Pirat sein, so „wild und frei“. Eine Huldigung an den Kölner Karneval, darf seit Entstehung bei keiner Sitzung fehlen, und dies sicherlich für eine lange Zeit.

Author Gerd Böttcher

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