Die Bretter, die die Welt bedeuten – für TAMI bedeuten sie zunächst einmal Arbeit. Denn der 29-Jährige, der in Köln lebt, verdient seinen Lebensunterhalt beim Theater. Das kommt nicht von ungefähr, denn ihm wurde das mit den bedeutenden Brettern in die Wiege gelegt: Tami ist Sohn eines Bühnenbildners (und einer Sozialpädagogin).

TAMI | Foto: Fabian Stuerz, BALLYHOO MEDIA

TAMI | Foto: Fabian Stuerz, BALLYHOO MEDIA

Nachdem das mit dem Geldverdienen also geklärt ist, kann der Mann jegliche Star-Ambitionen weit von sich wegschieben und sich völlig frei seiner Leidenschaft widmen, dem Sprechgesang: „Mir geht’s wirklich nicht ums Geldverdienen. Ich arbeite beim Theater, und Rap ist für mich alles andere als ein Job“, sagt er und dieses „alles andere“ nimmt breiten Raum in seinem Leben ein, seit er 13 ist und zu freestylen anfing.

Eminem war für ihn wichtig, und natürlich die Hiphop-Institution Die Firma aus Köln-Porz (mit Tatwaffe hatte er das gemeinsame Projekt „TNT“ am Start). Nebenbei sprühte Teenie Tami mit seiner Crew KVS Graffiti, seit Ende der 1990er-Jahre nahm er Songs auf. Mit der Rap-Szene an sich hatte Tami damals wenig am Hut, abgesehen von Rappern wie AmmO, Sparky und Veedel Kaztro, mit denen er befreundet ist. Vielmehr war Techno angesagt.

TAMI | Foto: Fabian Stuerz, BALLYHOO MEDIA

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 „Geläuterter Asi“ nach Notbremse im Landschulheim

Bevor Tami in der Großstadt Köln ankam, verbrachte er seine Jugend im dörflichen Oberberg; nicht, ohne in ein Landschulheim für Schwererziehbare „einzufahren“. Heute spricht Tami von einer „Notbremse“, er sei sozusagen ein geläuterter Asi: „Ich hab viele Drogen genommen, bin auf Techno feiern gegangen und war mit meiner Graffiti-Crew unterwegs. Wir haben alle in einer Bude gehaust und eigentlich nur Scheiße gebaut. Eine wirkliche Struktur brachte erst die Geburt meiner Tochter in mein Leben und meine Musik.“ Der Familienvater hat einiges erlebt und damit einiges zu erzählen auf seinem ersten Album. „Habakuk“ ist am 15. Januar 2016 auf dem Bassukah-Label erschienen.

TAMI | Foto: Fabian Stuerz, BALLYHOO MEDIA

TAMI | Foto: Fabian Stuerz, BALLYHOO MEDIA

Albumdebüt mit subtilem Humor und „Asi-Kante“

Habakuk? Das ist keine fiktive Gestalt, sondern Tamis bürgerlicher Vorname, und dieser steht auch im Zentrum von „Das Buch Habakuk“: „Ich rappe über mein Leben und dichte nichts dazu. Ich bin keine Kunstfigur, sondern rappe das, was ich bin“, verkündet der Sektorwestbüdchengang-MC. Stücke wie das titelgebende „Das Buch Habakuk“, „Armlänge“ oder „Homeland“ vereinen nachdenkliche Momente mit subtilem Humor, dabei gibt er immer mal wieder die „Asi-Kante“ und zieht Vergleiche wie „wack wie sächsische V-Männer“.
Sogar mit dem amerikanischen Flow-Meister Nas wurde Tami schon verglichen – und jetzt entert er die Bretter, die die Welt bedeuten. Aber nicht die Theater-, sondern vielmehr die Konzertbühnen: Tami begleitet den Rapper Prinz Pi als Support-Act. Auftritte in ganz Deutschland wurden angesetzt, darunter in Städten wie Berlin, Leipzig, Düsseldorf, Kiel, Münster und Bremen. Und gleich zwei Showtermine vor heimischem Publikum in der Kölner Live Music Hall.

Diskografie

2012: „Zurück in die Zukunft“ (Shirt-EP, T-Shirt-Druck mit Download-Link und -Code)
2014: „Klassische Musik“ (Mixtape)
2016: „Habakuk“ (CD, 2 x LP, digital, Label: Bassukah)

Tami im Internet

Homepage: http://www.tami-offiziell.de/
Facebook: https://www.facebook.com/tami.offiziell
Youtube: https://www.youtube.com/user/TAMIOFFIZIELL

Author Torsten Williamson-Fuchs

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