Deutscher Musikmarkt mit deutlichem Wachstum

von 25. Januar 2016News

Der Erholungstrend in der Musikindustrie setzt sich fort. Wie Hochrechnungen für das vergangene Jahr zeigen, geht es mit dem deutschen Musikmarkt weiter aufwärts. CDs waren 2015 zwar signifikant weniger gefragt als im Vorjahr, doch dafür übertraf das Wachstum beim Streaming von Musik die Erwartungen.

Die endgültigen Auswertungen werden zwar erst im März vorliegen, doch die Hochrechnungen, welche der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) für 2015 bereits vorgelegt hat, können die Branche optimistisch stimmen. Dort geht man von einem Umsatzplus in Höhe von 3,9 Prozent aus.

Weniger CDs, mehr Schallplatten verkauft

Trifft das zu, wurde seit 2009 erstmals wieder die Marke von 1,5 Milliarden Euro überschritten. Das digitale Musikgeschäft trug dieses Mal bereits 30,9 Prozent zum Gesamtumsatz bei, das physische 69,1 Prozent. Ohne das Comeback der Schallplatte, für die letztes Jahr sogar offizielle Charts neu eingeführt wurden, sähe es für das Tonträgergeschäft schlechter aus.

Hochrechnung für Musikmarkt 2015 | Grafik: BVMI mit Daten von GfK Entertainment

Hochrechnung für Musikmarkt 2015 | Grafik: BVMI mit Daten von GfK Entertainment

Die wichtigste Säule bleibt vorerst der CD-Verkauf, doch nach einem Rückgang um 4,2 Prozent trug die CD zuletzt nur noch 61,2 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Mit Kauf-Downloads wurden voriges Jahr 2,6 Prozent weniger umgesetzt, der Umsatzanteil betrug 15,7 Prozent. Musikprodukte in Form von DVDs und Blu-ray Dics steuerten immerhin 4,1 Prozent der Gesamtumsätze bei und liegen damit weiter vor den Vinyl-Verkäufen, die allerdings nach einem Zuwachs von 32,2 Prozent auf 3,3 Prozent am Gesamtumsatz kommen, was vor ein paar Jahren wohl niemand mehr für möglich gehalten hätte.

Beim Streaming spielt die Musik

Entscheidender Faktor für die positive Gesamtentwicklung war indes einmal mehr das Audio-Streaming: Trotz der starken Zuwächse der vergangenen Jahre ist es überraschend, wie schnell Musikstreaming derzeit wächst: Mit einem Plus von 96,6 Prozent gelang in diesem Segment innerhalb eines Jahres nahezu eine Umsatzverdoppelung!

BVMI-Geschäftsführer Dr. Florian Drücke: „2015 war ein ganz wichtiges Jahr vor allem für Musik aus der Cloud; Streaming hat noch einmal einen deutlichen Schub bekommen, was sicherlich auch an der hohen medialen Aufmerksamkeit liegt. Wie die hohe Wachstumsdynamik zeigt, erreicht das Thema nun die breite Bevölkerung. Gleichzeitig hat das vergangene Jahr bestätigt, dass die Deutschen Komplementärnutzer sind, also alle Nutzungsmöglichkeiten ausschöpfen: Neben dem Streaming wächst Vinyl, die CD liegt nach wie vor bei beachtlichen 61,2 Prozent Umsatzanteil.“

Trotzdem: Was in manchen anderen Ländern bereits vollzogen wurde, scheint damit auch in Deutschland nicht mehr völlig unwahrscheinlich: eine Verdrängung physischer Tonträger durch digitale Musikprodukte. Dabei wird es nicht nur Gewinner, sondern auch und Verlierer geben. Doch erstens lässt sich diese Entwicklung nicht mehr umkehren und zweitens besteht die Chance, dass sich dadurch mit Musik mehr Geld als früher verdienen lässt. Wie in anderen Wirtschaftsbereichen auch kommt es darauf an, Modelle für eine faire Verteilung zu finden. Und die Zahlungsbereitschaft der Hörer ist ebenfalls noch ein Thema.

Deutsches ist gefragt

Bereits länger im Trend liegt Musik aus Deutschland. Dr. Mathias Giloth, Geschäftsführer der GfK Entertainment, die im Auftrag des BVMI die Offiziellen Deutschen Charts ermittelt, stellt fest: „Musik boomt – und Musik made in Germany erst recht. Acht der Top 10-Alben in den Offiziellen Deutschen Jahrescharts waren 2015 deutschsprachig, das gab es noch nie. Außerdem ist zu beobachten, dass neben Pop und Rock, die nach wie vor sehr erfolgreich laufen, auch weitere Genres wie Metal und HipHop bei den Alben oder Electronic Dance Music bei den Singles kontinuierlich hohe Charterfolge erzielen. Insgesamt eine schöne Botschaft: Musik boomt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in ihrer Vielfalt.“

Autor Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter natürlich Musik sowie Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Black Music Website rap2soul.de. Bei METAMA übernehme ich neben der Betreuung der Website auch Aufgaben im kreativen Bereich sowie im Marketing.

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