Die weltweiten Umsätze mit Musik sind voriges Jahr geschrumpft. Die Lage wird jedoch positiv beurteilt, da es in wichtigen Märkten wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland aufwärts ging.

Ob man optimistisch oder pessimistisch ist, hat oft weniger mit der aktuellen Lage, sondern damit zu tun, was man für die Zukunft erwartet. Das scheint auch für die Musikindustrie zu gelten. Mit Blick auf den Digital Music Report 2014, den die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) gestern in London vorstellte, betont der Bundesverband Musikindustrie das Wachstum in den „Leitmärkten“.

>>Insgesamt ging der weltweite Umsatz aus physischen und digitalen Musikverkäufen, Leistungsschutzrechten und Synchronisation in 2013 um 3,9 Prozent auf 15 Milliarden US Dollar zurück, nachdem in 2012 erstmals wieder die schwarze Null erreicht worden war<<, schreibt der Verband in einer Presseinformation. Für den Rückschlag wird in erster Linie die Entwicklung in Japan verantwortlich gemacht.

Große Einbußen in Japan

Die Umsätze auf dem japanischen Musikmarkt rutschten innerhalb eines Jahres um 16,7 Prozent ab.  Da Japan der zweitgrößte Musikmarkt der Welt ist, haben die Verluste besonderes Gewicht, weil dort ein Fünftel der globalen Umsätze erzielt wird. Die Japaner haben nicht etwa plötzlich die Freude an Musik verloren, vielmehr haben die Verluste mit dem sinkenden Interesse an CDs zu tun. In Japan stammen noch rund 80 Prozent der Umsätze aus dem CD-Geschäft, aber inzwischen werden Downloads und Streaming populärer.

Wer eine Verdrängung der CD durch Streamingdienste allenfalls in sehr ferner Zukunft für möglich hält, sollte nach Schweden schauen. Dort wurden zuletzt bereits 70 Prozent der Umsätze im digitalen Vertrieb erzielt werden. Kaum zu glauben: 94 Prozent des digitalen Geschäfts stammt aus Musikstreaming-Abos. Die CD dagegen ist in Schweden inzwischen ein Nischenprodukt. Wichtig in diesem Zusammenhang: Der schwedische Musikmarkt hat sich in den letzten Jahren gut erholt.

Der europäische Markt insgesamt verzeichnete 2013 das erste Umsatzwachstum seit zwölf Jahren. Die Umsätze stiegen um 0,6 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar. Umsatzstärkster Markt in Europa ist derzeit Deutschland. Aus Deutschland, dem weltweit drittgrößten Markt, stammten voriges Jahr 9,1 Prozent der globalen Umsätze in der Musikindustrie. Auf Wachstumskurs waren außerdem so wichtige Musikmärkte wie Frankreich, Großbritannien, Italien und die Niederlande. Größter Markt der Welt für Musik blieben mit einem Umsatzanteil von 29,8 Prozent die USA.

Streaming bringt Wachstum

Wachstumsinpulse kamen vor allem aus dem Digitalgeschäft. Der weltweite digitale Musikmarkt wuchs um 4,3 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. Downloads und Streaming zusammen sorgten für 39 Prozent der weltweiten Musikumsätze. Im Digitalgeschäft dominierten mit einem Anteil von 67 Prozent die Downloads. Dort wurde allerdings ein Minus in Höhe von 2,1 Prozent verzeichnet.

Die Umsätze aus Musikstreaming erhöhten sich im letzten Jahr dagegen um 51,3 Prozent. Dadurch wurde 2013 erstmals mehr als eine Milliarde Dollar mit (abonnement- und webbasiertem) Musikstreaming umgesetzt. Der Streaminganteil an den Digitalumsätzen betrug 27 Prozent. Eine Abo für Musikstreaming besitzen nach Schätzungen des IFPI inzwischen 28 Millionen Verbraucher.

Da ist also noch viel Raum für weiteres Wachstum. In Deutschland ist Musikstreaming bisher nicht beim Durchschnittsbürger angekommen.

Author Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter natürlich Musik sowie Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Black Music Website rap2soul.de. Bei METAMA übernehme ich neben der Betreuung der Website auch Aufgaben im kreativen Bereich sowie im Marketing.

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