Im deutschen Musikmarkt geht es wieder aufwärts. Der CD-Verkauf schwächelt zwar, doch das Geschäft mit Downloads und Streaming entwickelt sich gut.

Bereits im Januar freute man sich beim Bundesverband Musikindustrie über die Trendumkehr. Zum ersten Mal seit 15 Jahren waren die Umsätze in Deutschland gestiegen. Nun liegen genaue Zahlen vor und es zeigt sich, dass das Streaming von Musik schnell an Gewicht gewinnt. Wenngleich auf niedrigem Niveau haben sich die Umsätze innerhalb eines Jahres fast verdoppelt.

Zwei Drittel der Umsätze aus CD-Geschäft

Insgesamt erhöhten sich die Umsätze im Musikmarkt um 1,2 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. Im CD-Verkauf gingen die Umsätze zwar um 1,3 Prozent zurück, doch die die CD-Verkäufe sorgten noch immer für zwei Drittel des Umsätze. Der digitale Vertieb kommt mit 328 Millionen Euro längst nicht an diese Werte heran, doch waren die Zuwächse mit einem Umsatzplus von 11,7 Prozent dermaßen hoch, dass damit endlich die Trendumkehr gelang. 22,6 Prozent der Umsätze wurden digital erwirtschaftet.

Grafik: Bundesverband Musikindustrie

Grafik: Bundesverband Musikindustrie

Schwach waren die Zuwächse im Bereich Downloads: Dort fiel das Umsatzplus mit 0,8 Prozent überraschend gering aus. Beim Streaming betrug das Umsatzplus hingegen satte 91 Prozent.

Prof. Dieter Gorny, Vorstandvorsitzender des BVMI: „Die erfreuliche Marktentwicklung ist das Ergebnis gesammelter Kräfte und Investitionen in einen Markt, dem mit Blick auf die digitale Dimension nach wie vor die nötige Ausbalancierung fehlt. Die Musikbranche hat trotz der bekannten Risiken in diesen Markt investiert und attraktive Produkte und Musikservices geschaffen, die den Puls der Zeit treffen. Wo es nach wie vor hapert, sind die Rahmenbedingungen, die das legale Angebot in den Vordergrund stellen, es vor illegalen Angeboten schützen und Investitionssicherheit schaffen.“

Tonträger: Hochwertiges verkauft sich gut

Interessant ist der Blick auf einige Details: Im CD-Bereich stießen Fan-Editionen und hochwertige „Mehrfachboxen“ auf starkes Interesse der Fans, >>die als haptische Ergänzung zum digitalen Musikkonsum auch künftig die Stärke der CD ausspielen können<<, wie man beim Verband hofft. Das anhaltende Comeback der Schallplatte wertet man in diesem Zusammenhang als Wunsch vieler Musikfans, etwas zum Anfassen zu bekommen. Die Umsätze mit Schallplatten stiegen 2013 um beachtliche 47,2 Prozent auf 29 Millionen Euro. Das >>Nischenprodukt für leidenschaftliche Sammler und Fans<< sorgt damit für immerhin zwei Prozent vom Gesamtumsatz.

Grafik: Bundesverband Musikindustrie

Grafik: Bundesverband Musikindustrie

Lange Zeit wurde befürchtet, dass beim Kauf von Download-Musik die Alben nur noch wenige Käufer finden, wenn alle Songs einzeln erhältlich sind. Dieses Szenario erscheint immer unwahrscheinlicher: Im letzten Jahr sanken die Umsätze mit Single-Downloads um 4,4 Prozent, während sie bei den Alben um 4,8 Prozent zulegten. Die Alben sorgen mittlerweile für 58,7 Prozent der Umsätze mit Kaufdownloads.

Streaming mit 35 Prozent Umsatzanteil in 2018

Das Geschäft mit bezahltem und werbefinanziertem Musikstreaming ist aus der Nische gekommen: 2012 sorgte das Streaming erst für 2,5 Prozent des Gesamtumsatzes, 2013 waren es bereits 4,7 Prozent. Ich bin sicher, dass die nächsten Jahre ähnlich kräftige Zuwächse bringen werden, denn bei vielen Menschen ist das Thema noch gar nicht angekommen. Der Boom bei Smartphones und Tablets und beim mobilen Internet ist noch in vollem Gange, bei Musikanlagen ist der Internetanschluss bisher nicht allgemeiner Standard. Weiteres Wachstum dort dürfte die Nachfrage beim Streaming erhöhen. Der Bundesverband Musikindustrie nennt eine spannende Zahl: Die GfK sieht den Streaming-Umsatzanteil im  deutschen Musikmarkt im Jahr 2018 bei 35 Prozent.

Grafik: Bundesverband Musikindustrie

Grafik: Bundesverband Musikindustrie

Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI: „Das finale Ergebnis des Musikjahres 2013 bestätigt die bisherigen positiven Trends in Deutschland und knüpft auch im internationalen Umfeld an die positiven Entwicklungen an – wobei hier nicht ein, sondern viele unterschiedliche Erfolgsrezepte auszumachen sind. So fußt der deutsche Wachstumskurs, anders als in vielen anderen Ländern, neben den digitalen Zuwächsen vor allem auf der Stärke des physischen Marktes. Zum anderen sind aber auch die konsequente Rechtsdurchsetzung und Aufklärungsinitiativen wie die 2013 gelaunchte Initiative PLAYFAIR einzupreisen.“

Wofür habt Ihr voriges Jahr am meisten Geld ausgegeben: Schallplatten, CDs, Downloads oder Streaming?

Author Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter natürlich Musik sowie Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Black Music Website rap2soul.de. Bei METAMA übernehme ich neben der Betreuung der Website auch Aufgaben im kreativen Bereich sowie im Marketing.

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