Online-Radiosstreams und andere digitale Audio-Angebote im Netz sind vor allem deshalb beliebt, weil die Hörer dort genau die Musik bekommen, die sie hören wollen. Für jeden Geschmack gibt es passgenaue Angebote, die dazu dabei helfen, Neues aus dem jeweiligen Genre zu entdecken.

Die große Mehrheit der Internetnutzer in Deutschland hört Internetradios. Mit Sicherheit wäre die Nutzung noch weit intensiver, stünden die Online-Musik-Angebote allen Interessierten jederzeit zur Verfügung. Wenn die stärkste Nutzung in den Abendstunden erfolgt, hat das nicht zuletzt damit zu tun, dass tagsüber auch in den Zeiten, in denen das Musikhören grundsätzlich möglich ist, kein Zugriff auf entsprechende Internetangebote möglich ist. Aber was macht die Angebote im Netz überhaupt für so viele Menschen attraktiv?

Was motiviert zu Nutzung dieser Angebote?

Antworten auf diese Frage liefert die Studie „Musik im Netz“ von der Fachgruppe Audio Digital im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V., für die 2.284 Hörer digitaler Musikangebote (45 Webradios und Musikplattformen, die sich beteiligt hatten) online befragt wurden. Dabei wurde ihnen eine Reihe von möglichen Gründen für die Nutzung vorgelegt, denen die Umfrageteilnehmer zustimmen konnten. Am meisten Zustimmung erhielt mit 86,8 Prozent die Aussage, dass „dort meine Lieblingsmusik gespielt wird“. In eine ganz ähnliche Richtung zielt das Argument, dass „es für jeden Themen- und Musikgeschmack ein spezielles Angebot gibt“, dem 86,2 Prozent zustimmten.

Grafik: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.

Grafik: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.

Die mit 85,5 Prozent drittplatzierte Aussage, dass „ich dort immer genau das hören kann, was ich will“ unterscheidet sich ebenfalls nicht groß von den Aussagen auf Platz eins und zwei. Das bedeutet also: Die User wollen jederzeit ein Angebot nutzen können, das genau zu ihrem individuellen Musikgeschmack passt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Musikfans nur das hören möchten, was sie schon kennen. 78,2 Prozent gefällt an den Internetangeboten, dass sie dort neue Musik und Inhalte finden. Zudem schätzen 73,3 Prozent die große Auswahl an Sendern und Programmen.

73,1 Prozent finden es gut, dass es online Sender gibt, die nonstop eine Musikrichtung spielen. Letzteres gefällt nicht nur den Usern, denn auch aus wirtschaftlicher Sicht es für Programmanbieter und Werbetreibende von Vorteil, möglichst genau bestimmte Zielgruppen erreichen zu können. „Digitale Musikangebote bieten Werbungtreibenden attraktive neue Werbeumfelder. Losgelöst von den Restriktionen des klassischen Radioempfangs und unabhängig vom Sendegebiet können sie ihre Zielgruppe mit digitalen Audiobotschaften erreichen“, sagt Frank Nolte (RMS Radio Marketing Service interactive GmbH), Stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Audio Digital im BVDW.

Grafik: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.

Grafik: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.

Gleichsetzen sollte man Audioangebote im Netz nicht mit Musikangeboten im Netz, aber für acht von zehn Befragten ist Musik der entscheidende Bestandteil für deren Nutzung. Für zumindest jeden dritten sind weitere typische Bestandteile wie Nachrichten, Informationen über Musik, Konzerte und DJ-Sets von Bedeutung. Letztere sind zwar letztlich ebenfalls Musik, aber doch in besonderer Form aufbereitet. Auffällig ist, dass diejenigen Befragten, die intensiv Radio-Aggregatoren sowie Streams von UKW-Sendern verwenden, derartige Inhalte überdurchschnittlich intensiv nutzen.

Welche Musikrichtungen sind populär?

Was die Genres angeht, finden den größten Zuspruch Angebote aus den Bereichen „Pop / Charts / R&B“ (57,6 Prozent) sowie „Electro / House / Techno“ (54,5 Prozent). Weit dahinter folgen an dritter und vierter Stelle „Hip-Hop 7 Rap / Reggae“ (36,9 Prozent) und „Rock / Folk / Country / Blues“ (36,6 Prozent). An fünfter Stelle der Beliebtheitsskala steht mit 29,0 Prozent der Bereich „Indie / Alternative / Rock“.

Grafik: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.

Grafik: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.

Von den Hörern werden im Durchschnitt monatlich vier verschiedene digitale Musikanbieter genutzt. Die Hälfte der Hörer greift im Monat auf zwei bis vier verschiedene digitale Musikangebote zu, 27 Prozent bleiben einem Anbieter treu>>, heißt es in der Presseinfo zur Loyalität der User. >>Schafft es ein digitales Musikangebot in das Relevant Set der Nutzer, sind diese dem Angebot gegenüber in der Regel loyal. Sie greifen sehr gezielt und regelmäßig auf dieses Angebot zurück.<< Lediglich 22 Prozent nutzen häufig Angebote, die sie vorher nicht kannten und bloß 15 Prozent wechseln oft zwischen verschiedenen Anbietern. Die wechselfreudigsten User sind die Nutzer von Radio-Portalen (33 Prozent). Diese Gruppe ist außerdem besonders aufgeschlossen gegenüber Sendern und Plattformen, die sie noch nicht kennen (33 Prozent).

Mehr Infos über die Ergebnisse der Studie „Musik im Netz“ gibt es in einem kostenlosen PDF auf der Website des Verbands.

Author Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter natürlich Musik sowie Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Black Music Website rap2soul.de. Bei METAMA übernehme ich neben der Betreuung der Website auch Aufgaben im kreativen Bereich sowie im Marketing.

More posts by Oliver Springer

Join the discussion 6 Comments

  • Pingback: Vodafone: 500 MB zusätzlicher Traffic für AMPYA auf Smartphones | Bandscomeback
  • Pingback: Weihnachtsmusik online hören – die Auswahl ist sehr groß | Bandscomeback
  • Pingback: Smart Radio: Hörfunk-Branche setzt Hoffnungen auf Internetfunktionen | Bandscomeback
  • Pingback: Welche Arten von Sendern werden bei Webradios eingeschaltet? | Bandscomeback
  • Pingback: Weihnachtsmusik online hören – Tipps | Bandscomeback
  • Pingback: ProSiebenSat.1 ergänzt mit Songtexte.com sein AMPYA Music Network | Bandscomeback

Leave a Reply

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu