Kurzreisen sind in Deutschland sehr beliebt. Doch wer kann dabei schon genug Abstand zum Alltag gewinnen, um sich richtig zu erholen? Helfen kann dabei, dem Urlaub einen anderen Soundtrack als dem Alltag zu geben.

40 Prozent der Bürger in Deutschland gönnen sich wenigstens einmal im Jahr eine Kurzreise (sind maximal vier Tage weg von zu Hause). Das hat eine Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg im Auftrag des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ ergeben. 28,4 Prozent sind ein- bis zweimal pro Jahr im Kurzurlaub, mit 11,6 Prozent immerhin rund jeder Neunte entscheidet sich dreimal jährlich oder sogar öfter für eine Kurzreise.

Besonders beliebt sind Kurzreisen bei den 60-69-Jährigen (49,3 Prozent) sowie bei Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen ab 3.000 Euro (49,4 Prozent). Eine Mehrheit von 60 Prozent geht dagegen gar nicht auf Kurzreisen. Für 32,1 Prozent der Befragten liegt der Hauptgrund darin, dass sie nur längere Reisen unternehmen wollen, 27,9 Prozent fahren generell nicht (mehr) in Urlaub. Damit entfallen dann auch Kurzreisen.

Eben mal erholen?

Ich bin grundsätzlich skeptisch, was Kurzreisen angeht, wenn es um Erholung geht. Natürlich ist ein wenig Erholung besser als gar keine. Zudem kommt es darauf an, ob man nur eine kurze Entfernung überbrücken muss oder einen weiten Weg vor sich hat. Um sich wirklich zu erholen, benötigt man jedenfalls innerlich Abstand zum Alltagsleben. Weit weg zu fahren oder zu fliegen kann dabei unterstützend wirken, nicht zuletzt, weil man „am anderen Ende der Welt“ möglicherweise in eine andere Kultur eintaucht – mit anderer Sprache, anderen Speisen, anderen Sinneswahrnehmungen aller Art.

Wer im Ausland in einem Hotel mit deutschsprachigem Personal, deutschem Essen und deutschen TV-Programmen auf dem Zimmer wohnt, sabotiert ein Stück weit seine Erholung. Eine gute Idee ist es daher, nicht noch auf seinem MP3-Player oder Mobiltelefon dieselben Playlisten zu nutzen bzw. die Musik der Künstler zu hören, deren Songs einen schon durch den Alltag begleiten.

Lokale Radiostationen entdecken

Im Radio am Urlaubsort ganz andere Sender zu finden als in der Heimat hat in Zeiten, in denen man zu Hause online Tausende Sender aus aller Welt empfangen kann, nicht mehr den Reiz, den es früher einmal hatte. Dennoch, sich auf die örtlichen Programme einzulassen, sollte man probieren.

Mein Vorschlag zielt jedoch auf ein planvolleres Vorgehen ab, auf das man sich schon zu Hause vorbereiten kann: Wie wäre es, sich bewusst einen Soundtrack für den Urlaub zusammenzustellen, der sich von den sonstigen Hörgewohnheiten unterscheidet? Eine Möglichkeit für den Ohren-Urlaub besteht darin, sich mit Musik aus Genres einzudecken, die man zwar interessant findet, die man aber noch gar nicht oder „viel zu selten“ nutzt.

Musikalische Rückreise antreten

Eine andere Variante ist besonders für Musikfans interessant, die schon lange Platten, CDs oder MP3s sammeln: Die Songs und Alben, die man schon sehr lange nicht mehr angehört hat, sind dabei die erste Wahl. Möglicherweise hat man eine Platte lange nicht mehr aus dem Regal genommen, weil sich der Musikgeschmack verändert hat. Ja, aber kann man deshalb mit den Songs von damals gar nichts mehr anfangen?

Ich bin sicher, dass Euch vieles immer noch oder inzwischen wieder gut gefällt. Probiert es aus! Musikalisch in der einen oder anderen Weise die Vergangenheit zu reisen ist bereits im Alltag ein gutes Mittel, um Abstand zu gewinnen und sich zu erholen. Im Urlaub kann es einen dabei unterstützen, sich von der aktuellen Gedanken- und Gefühlswelt abzukoppeln. Besonders gut geeignet sind Titel, die man früher oft gehört hat, denn dadurch sind mit ihnen besonders viele Erinnerungen aus der persönlichen Vergangenheit verknüpft.

Author Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter natürlich Musik sowie Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Black Music Website rap2soul.de. Bei METAMA übernehme ich neben der Betreuung der Website auch Aufgaben im kreativen Bereich sowie im Marketing.

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