Musik downloaden kann man längst nicht mehr nur auf PCs. Moderne Mobiltelefone und breitbandige Datenverbindungen ermöglichen schnelle Song-Downloads. Aktuellen Zahlen zufolge stieg die Nachfrage letztes Jahr um satte 39 Prozent.

Einen klaren Trend gibt es allerdings nicht: Im Jahr 2009 gab es einen Rückgang bei den Musik-Downloads auf Handys. Davon ausgehend ist das Plus von 39 Prozent im Jahr 2010 auf umso erstaunlicher. 7,9 Millionen Musikdownloads auf Mobiltelefone führten dabei zu Umsätzen von 10 Millionen Euro. Die Umsätze stiegen mit 38 Prozent fast so sehr wie die Downloads selbst.

Diese Zahlen nennt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) in einer aktuellen Presseinformation. Der Hightech-Verband stützt sich dabei auf Daten aus einer repräsentativen Verbraucherbefragung von GfK Panel Services Deutschland.

Schnelle mobile Datenverbindungen

„Derzeit kommen immer mehr mobile Geräte für Musik-Downloads zum Einsatz“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. „Handys und Smartphones übertragen heute auch große Dateien mit hoher Geschwindigkeit, und der Funkstandard LTE wird hier im Laufe des Jahres neue Maßstäbe setzen.“

Bei LTE handelt es sich um den Mobilfunkstandard der vierten Generation und mithin um den UMTS-Nachfolger. Datenraten von bis zu 100 MBit/s sind damit technisch unter guten Empfangsbedingungen möglich. In der Praxis dürfte nur ein Bruchteil davon zur Verfügung stehen, doch mit Übertragungsgeschwindigkeiten wie an einem herkömmlichen DSL-Anschluss im Festnetz können wir bald rechnen. Schnellen Musikdownloads steht somit nichts mehr im Wege.

Preise sinken

Hinsichtlich der Preisentwicklung bei Musikdownloads auf Mobiltelefone ist ein Trend zu erkennen: Sie werden billiger. Im Jahr 2006 lag der Durchschnittspreis pro Lied bei 1,50 Euro, zuletzt kostete ein Song nur noch 1,12 Euro. Handy-Klingeltöne verkaufen sich dagegen schlechter. Die Umsätze gingen um 39 Prozent auf 17 Millionen Euro zurück. Klingeltöne kosteten mit einem Durchschnittspreis von 2,34 Euro mehr als doppelt so viel wie ein Song.

Es ist also billiger, sich den ganzen Song zu kaufen und dann als Klingelton zu verwenden. Möchte man nur einen bestimmten Ausschnitt aus einem Lied als Klingelton verwenden, kann man sich die Sounddatei am Computer in wenigen Schritten selbst zurechtschneiden. Immerhin werden Musikdownloads inzwischen meist als MP3s und damit ohne Kopierschutz angeboten. Somit steht der Soundbearbeitung keine technische Hürde entgegen.

Author Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter natürlich Musik sowie Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Black Music Website rap2soul.de. Bei METAMA übernehme ich neben der Betreuung der Website auch Aufgaben im kreativen Bereich sowie im Marketing.

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