Viele Musikfans kaufen ihre Songs inzwischen digital, also in Form von Dateien statt in Form von CDs und Schallplatten. Die seit Jahren steigende Nachfrage hat nicht nur technische Ursachen. Die Vielfalt legaler Angebote zum Musikdownload hat nach Auffasung des Bundesverbandes Musikindustrie e. V. (BVMI) wesentlich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.

Zu Wochenbeginn meldete der Hightech-Verband BITKOM ein Allzeit-Hoch bei legalen Downloads von Musik. Sowohl die Zahl der Musikdownloads als auch die Umsätze erreichen von Jahr zu Jahr neue Höhen. Als Ursachen machte der BITKOM vor allem sinkende Preise und die Verfügbarkeit schneller Internetanschlüsse aus.

In Reaktion darauf betont die Musikindustrie die Rolle des vielfältigen Angebots: Auf mehr als 45 Websites können Internetnutzer aus einem legalen Musikangebot von über 13 Millionen Titeln schöpfen. Neben der Möglichkeit, einzelne Lieder oder ganze Alben in digitaler Form zu kaufen, gewinnen Abo-Modelle wie Simfy Premium, Musicload Nonstop und die Music-Flatrate von Napster an Gewicht. Gegen eine monatliche Gebühr kann dabei jeweils das komplette Repertoire (mehrere Millionen Songs) des Anbieters genutzt werden.

Musik im Abo gewinnt Fans

Die Abo-Modelle verzeichneten im vorigen Jahr ein Umsatzplus in Höhe von 29 Prozent. „Auch das Downloadgeschäft mit Musiktiteln auf mobile Endgeräte konnte im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent zulegen. Rechnet man diese Angebote und die Einnahmen aus werbefinanzierten Streaming-Services dem Umsatz mit Downloads hinzu, beträgt der Digitalmarkt rund 200 Millionen Euro“, schreibt der BVMI.

„Das unterstreicht einmal mehr, dass wir verstanden haben, das digitale Musikgeschäft neben dem physischen Markt kontinuierlich und konsequent auszubauen“, kommentiert Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI. „Bei den vom BITKOM veröffentlichten Zahlen zu digitalen Musikverkäufen darf jedoch nicht unbeachtet bleiben, dass von der technischen Entwicklung hin zu mehr Bandbreiten – sei es im Fest- oder Mobilnetz – nicht nur legale Anbieter und deren Kunden profitieren, sondern auch diejenigen, die sich dort illegal mit Inhalten versorgen. Dieser Aspekt darf bei einer differenzierten Betrachtung nicht ausgeblendet werden“, so Drücke weiter.

Es gibt einen weiteren Erfolgsfaktor

Hat man da nicht etwas vergessen? Inzwischen haben ehrliche Käufer tatsächlich eine große Auswahl. Das ist noch nicht lange so. Viel zu lange wurde mit dem Aufbau des digitalen Musikvertriebs gezögert, was meiner Ansicht nach sehr dazu beitrug, dass sich illegale Downloads so etablieren konnten. Immerhin werden Käufer nun nicht mehr durch einen Kopierschutz davon abgehalten, redlich erworbene Musikdateien auf den Endgeräten ihrer Wahl zu nutzen.

Seit die Kundenbedürfnisse (vernünftige Preise und der Verzicht auf einen Kopierschutz) erfüllt werden, entwickelt sich der Download-Markt in hohem Tempo. Die Musikindustrie hat den Verzicht auf einen Kopierschutz anderen Branchen voraus. Käufer von Film-Downloads und E-Books etwa leiden derzeit noch unter Einschränkungen, wie sie zunächst auch im digitalen Musikvertrieb üblich waren.

Author Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter natürlich Musik sowie Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Black Music Website rap2soul.de. Bei METAMA übernehme ich neben der Betreuung der Website auch Aufgaben im kreativen Bereich sowie im Marketing.

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